16.01.2015

DRK setzt erste Notfallsanitäter im Landkreis Nienburg ein

Neues Berufsbild wird im Rettungsdienst etabliert

ausbilder_fabian_lange_li._+_julius_guse_ueberpruefen_den_notfallrucksack_m.jpg„Als Erste geprüft zu werden war eine Herausforderung“, betonten Mike Plate und Frank Kaska in der DRK-Kreisgeschäftsstelle. Die beiden Rettungsassistenten, die auch als Ausbilder an ihrer Wache tätig sind, hatten sich die Unterlagen für die staatliche Prüfung des neuen Berufsbildes des „Notfallsanitäters“ besorgt, lernten fortan jede Menge über Medikamente, medizinische Diagnostik und wie lebensrettende heilkundliche Maßnahmen angewendet werden. Als Rettungsassistenten mit mehrjähriger Berufserfahrung konnten sie sich sofort einer staatlichen Ergänzungsprüfung unterziehen, ohne eine dreijährige Berufsausbildung zu durchlaufen. Ergebnis: Mike Plate bestand die Prüfung im August, Frank Kaska im Dezember.

 

frank_kaska_li._+_klaus_dieter_holz_+_mike_plate_re_m.jpgAber: „Weil wir die allerersten unserer Art waren, gestaltete sich die Vorbereitung schwierig. Niemand konnte uns sagen, was uns erwartet“, so die frischgebackenen Notfallsanitäter. Als wir uns im Sommer entschlossen frühestmöglich die staatliche Prüfung zum Notfallsanitäter abzulegen war der Beruf gerade wenige Monate alt. Erst im Frühjahr 2014 wurde die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung veröffentlicht und das einzige Lehrbuch auf dem Markt war noch druckfrisch. Letzte Vorbereitung auf die Prüfung vor der Landesschulbehörde bekamen die Beiden dann in einem „Crashkurs“ an der DRK-Rettungsschule Niedersachsen. Im Simulations- und Trainingszentrum des DRK in Hannover konnten verschiedene Notfallszenarien in einer realitätsnahen Umgebung geübt werden. Hier fand dann auch die dreitägige Prüfung statt.

 

Das man beim DRK Nienburg seine Rettungsassistenten zu Notfallsanitätern weiterbildet stand für die Geschäftsführer Martin Krone und Marcus Stövesand von Anfang an fest. Aufgrund einer gesetzlichen Übergangsregelung haben bundesweit alle Rettungsdienste zwar bis zum Ende des Jahres 2020 zeit Ihre Mitarbeiter zu qualifizieren aber beim DRK will man das Thema schnellstmöglich angehen. Für das Jahr 2015 haben sich die Nienburger mehrere Prüfungsplätze reserviert.

Schon immer waren unsere Rettungswagen personell besser besetzt als es das Gesetz vorschreibt, weiß Klaus Dieter Holz, Leiter des DRK Rettungsdienstes zu berichten. Damit dass auch in Zukunft so bleibt, hat das DRK im Oktober mit Julius Guse den ersten Auszubildenden für den Beruf des Notfallsanitäters eingestellt. Im Jahr 2015 sollen weitere Auszubildende folgen.

 

Das neue Notfallsanitätergesetz ersetzt das Rettungsassistentengesetz aus dem Jahre 1989. Die Ausbildung unterscheidet sich in vielfacher Hinsicht von Ihrem Vorgänger. Dem neu formulierten Ausbildungsziel wird unter anderem durch eine Anhebung der Ausbildungsdauer auf drei Jahre, der Vernetzung von Theorie und Praxis sowie der Einführung einer Ausbildungsvergütung Rechnung getragen. Letztlich möchte der Bundesgesetzgeber durch eine hohe Ausbildungsqualität den gestiegenen Herausforderungen in der Notfallmedizin Rechnung tragen. Und dies kommt bestimmt uns allen Mal zugute, denn statistisch benötigt jeder 9. Bundesbürger einmal im Jahr den Rettungsdienst.

 

Bildnachweis:

Foto 1: Ausbilder Fabian Lange und Julius Guse überprüfen den Notfallrucksack
Foto 2: (v.l.) Frank Kaska, Klaus Dieter Holz, Mike Plate

(© Deutsches Rotes Kreuz, Kreisverband Nienburg)


 

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